Überblick: Die vier Pflichtgebühren

Bei jedem Verkauf auf Etsy fallen mindestens drei Gebühren an – plus eine vierte, die beim Einstellen des Listings fällig wird. Zusammen machen sie in der Regel 11–15 % des Verkaufspreises aus:

Gebühr Höhe Wann fällig
Einstellgebühr ca. 0,18 € Beim Einstellen + bei jedem Verkauf + alle 4 Monate
Transaktionsgebühr 6,5 % Bei jedem Verkauf (auf Preis + Versand)
Zahlungsbearbeitung 4 % + 0,30 € Bei jedem Verkauf
Offsite Ads 15 % oder 12 % Nur bei Verkauf über externe Werbung

Dazu kommt für Kleinunternehmer nach §19 UStG noch 19 % Umsatzsteuer auf alle Gebühren (Reverse Charge) – dazu weiter unten mehr.

Einstellgebühr – ca. 0,18 € pro Listing

Jedes Listing kostet bei Etsy eine Einstellgebühr von 0,20 USD, umgerechnet etwa 0,18 € zum aktuellen Kurs. Die Gebühr wird in drei Situationen fällig:

Tipp

Deaktiviere Auto-Renew für saisonale Listings, die sich vorhersehbar nicht verkaufen – etwa Weihnachtskarten im Sommer. So sparst du die Verlängerungsgebühr alle 4 Monate.

Transaktionsgebühr – 6,5 %

Die Transaktionsgebühr ist mit 6,5 % der größte Einzelposten unter den Etsy-Gebühren. Bemessungsgrundlage ist der gesamte Bestellwert:

Bei einem Artikel für 8,50 € plus 1,85 € Versand (Großbrief) berechnet Etsy also 6,5 % auf 10,35 € = 0,67 €.

Achtung

Bei einer Erstattung an den Käufer erstattet Etsy die Transaktionsgebühr in der Regel anteilig zurück. Die Zahlungsbearbeitungsgebühr und die Einstellgebühr bleiben jedoch einbehalten.

Kostenloser Versand als Strategie? Ob du Versandkosten separat ausweist oder in den Artikelpreis einrechnest, ändert an den Gebühren nichts – 6,5 % fallen immer auf den Gesamtbetrag an. Allerdings bevorzugt der Etsy-Suchalgorithmus Listings mit kostenlosem Versand, was zu besserer Sichtbarkeit führen kann.

Zahlungsbearbeitungsgebühr – 4 % + 0,30 €

Für die Zahlungsabwicklung über Etsy Payments – das einzige Zahlungssystem für deutsche Seller – berechnet Etsy 4 % + 0,30 € pro Transaktion. Die Bemessungsgrundlage ist der gesamte Zahlungsbetrag inklusive Versand und ggf. Steuern.

Diese Gebühr deckt die Kosten für Kreditkarten, PayPal, Klarna, Apple Pay und alle anderen Zahlungsmethoden, die Etsy anbietet. Es spielt keine Rolle, welche Methode der Käufer wählt – der Satz ist immer gleich.

Der Fixbetrag von 0,30 € fällt bei günstigen Artikeln besonders ins Gewicht. Bei einer Grußkarte für 4,50 € macht allein die Fixgebühr schon 6,7 % aus – zusammen mit den 4 % liegt die Zahlungsbearbeitungsgebühr dann bei über 10 %.

Info

Die Sätze gelten für deutsche Seller (4 % + 0,30 €). In anderen Ländern weichen sie ab – z. B. 3 % + 0,25 USD in den USA.

Offsite Ads – 15 % oder 12 %

Etsy bewirbt ausgewählte Listings auf Google, Facebook, Instagram und Pinterest. Wenn ein Käufer über eine solche Anzeige auf dein Listing klickt und innerhalb von 30 Tagen kauft, fällt eine Offsite-Ads-Gebühr an:

Die Gebühr ist pro Bestellung auf maximal ca. 92 € (100 USD) gedeckelt. Trotzdem kann sie bei kleinen Artikeln den Gewinn komplett auffressen: Bei einer Grußkarte für 8,50 € kommen zusätzlich 1,55 € obendrauf – zu den ohnehin anfallenden Gebühren.

Achtung

Nach dem Deaktivieren von Offsite Ads dauert es bis zu 3 Werktage, bis deine Listings aus den Anzeigen verschwinden. Klicks in dieser Übergangszeit können noch Gebühren auslösen.

Kannst du Offsite Ads vermeiden? Solange dein Jahresumsatz unter der Schwelle liegt: ja, über Shop-Manager → Marketing → Offsite Ads → deaktivieren. Darüber hast du keine Wahl – dann lohnt es sich, die 30-Tage-Attribution bei der Preiskalkulation einzuplanen.

Optionale Kosten: Etsy Ads und Etsy Plus

Etsy Ads (interne Werbung)

Mit Etsy Ads bewirbst du deine Listings innerhalb der Etsy-Suche. Du zahlst pro Klick (CPC-Modell), nicht pro Verkauf:

Ob sich Etsy Ads lohnen, hängt stark von deiner Marge und deiner Conversion Rate ab. Bei Flachware mit niedrigem Verkaufspreis ist das Budget schnell aufgebraucht, ohne dass ein Verkauf zustande kommt.

Etsy Plus

Etsy Plus ist ein optionales Abo für 8,60 € pro Monat. Enthalten sind:

Der rechnerische Vorteil liegt bei etwa 6,90 € pro Monat – bei Kosten von 8,60 €. Etsy Plus lohnt sich in der Regel nur, wenn du die Credits und das Ads-Guthaben aktiv nutzt und die erweiterten Shop-Funktionen tatsächlich brauchst.

Reverse Charge – die versteckte 19-%-Gebühr

Etsy Ireland UC sitzt in Dublin. Alle Gebührenrechnungen kommen aus Irland – und damit greift für deutsche Seller das Reverse-Charge-Verfahren nach §13b UStG. Das bedeutet: Du schuldest 19 % Umsatzsteuer auf alle Etsy-Gebühren ans deutsche Finanzamt.

Was heißt das konkret?

Wichtig

USt-ID bei Etsy hinterlegen! Ohne USt-ID berechnet Etsy 23 % irische VAT auf die Gebühren – statt der 19 % deutschen USt über Reverse Charge. Die USt-ID beantragst du kostenlos beim Bundeszentralamt für Steuern – auch als Kleinunternehmer.

Im Rechenbeispiel unten siehst du, wie sich Reverse Charge konkret auf deinen Netto-Erlös auswirkt.

Rechenbeispiel: Grußkarte für 8,50 €

Ein typischer Flachware-Verkauf: Eine Grußkarte für 8,50 € plus 1,85 € Versand (Großbrief Deutsche Post). Gesamtbetrag für den Käufer: 10,35 €.

Gebühren ohne Offsite Ads

Gebühr Berechnung Betrag
Einstellgebühr Festbetrag (0,20 USD zum Tageskurs) 0,18 €
Transaktionsgebühr 6,5 % × 10,35 € 0,67 €
Zahlungsbearbeitung 4 % × 10,35 € + 0,30 € 0,71 €
Gebühren gesamt 1,56 €
Auszahlung an dich 10,35 € − 1,56 € 8,79 €
Gebührenquote 15,1 %

Mit Offsite Ads (15 %)

Kommt der Verkauf über eine Offsite Ad zustande, addieren sich 15 % × 10,35 € = 1,55 €:

Position Betrag
Gebühren ohne Offsite Ads 1,56 €
Offsite Ads (15 %) 1,55 €
Gebühren gesamt 3,11 €
Auszahlung an dich 7,24 €
Gebührenquote 30,0 %

Zusätzlich für Kleinunternehmer: Reverse Charge

Als Kleinunternehmer (§19 UStG) kommen 19 % auf alle Gebühren hinzu – ohne Vorsteuerabzug:

Position Betrag
Gebühren netto (ohne Offsite Ads) 1,56 €
+ 19 % USt (Reverse Charge) 0,30 €
Effektive Gebühren für Kleinunternehmer 1,86 €
Was wirklich bleibt 8,49 €
Effektive Gebührenquote 18,0 %
Tipp

In der Etsy-Monatsabrechnung siehst du alle Gebühren als einzelne Zeilen. Das Briefmatic CSV-Tool berechnet deine tatsächliche Gebührenquote automatisch – inklusive Aufschlüsselung nach Gebührenart.

Versandkosten – der größte Hebel für Flachware

Die Etsy-Gebühren sind fix – daran lässt sich wenig ändern. Was du als Flachware-Seller aber optimieren kannst, sind die Versandkosten. Sie sind oft der größte Einzelposten nach den Gebühren – und gleichzeitig der größte Hebel für deine Marge.

Die Deutsche Post Internetmarke bietet für Flachware die günstigsten Tarife:

Sendungsart Max. Maße Max. Gewicht Porto
Großbrief 35,3 × 25 × 2 cm 500 g 1,85 €
Kompaktbrief 23,5 × 12,5 × 1 cm 50 g 1,10 €
Maxibrief 35,3 × 25 × 5 cm 1.000 g 2,90 €
Warensendung 500 g 35,3 × 25 × 5 cm 500 g 1,95 €
Warensendung 1.000 g 35,3 × 25 × 15 cm 1.000 g 2,70 €

Grußkarten, Postkarten, Sticker und dünne Drucke passen in der Regel als Großbrief (1,85 €) oder sogar als Kompaktbrief (1,10 €). Mit der Internetmarke erstellst du das Versandlabel digital – ohne Warteschlange am Postschalter.

Tipp

Mit Briefmatic erstellst du Internetmarken direkt aus deinen Etsy-Bestellungen – Adresse wird automatisch übernommen, kein Abtippen. Funktioniert für alle Sendungsarten der Deutschen Post, inklusive Warensendung.

Gebühren in der Monatsabrechnung finden

In der Etsy-Monatsabrechnung (CSV) erscheint jede Gebühr als eigene Zeile mit dem Typ „Fee“. Die Titel-Spalte verrät die Gebührenart: „Transaktionsgebühr“, „Zahlungsbearbeitungsgebühr“, „Einstellgebühr (0,20 USD)“ oder „Offsite Ads“.

Bei 50+ Verkäufen im Monat kommen schnell 200+ Gebührenzeilen zusammen. Manuell die Gesamtgebühren zu berechnen oder nach Gebührenart aufzuschlüsseln kostet Zeit – und ist fehleranfällig, weil Etsy unterschiedliche Zahlenformate und Sprachen mischt.

Das Briefmatic CSV-Tool übernimmt die Aufbereitung: CSV hochladen, Gebühren werden automatisch kategorisiert, Kennzahlen wie Gebührenquote und Netto-Umsatz berechnet – als Lexoffice-CSV, Universal-CSV oder übersichtlichen PDF-Report. Kostenlos, ohne Abo, DSGVO-konform.

Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine steuerliche Beratung. Konsultiere deinen Steuerberater für Fragen zu deiner konkreten steuerlichen Situation – insbesondere zu Reverse Charge und Umsatzsteuerpflicht.